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Institutskaja-Straße in Kiew.

Zur Zeit des Kiewer Reiches gab es hier den Iwankiw –Weg. Den Anfang bildete das Tor „Lyadskij“ am Platz der Unabhängigkeit, deshalb wurde diese Straße als Iwankiw-Straße bekannt. Die ursprüngliche Straße war lang und verband die Altstadt mit dem Bezirk Petschersk. Später wurden auf dieser Straße neben dem Khreschatytska-Platz (heute Platz der Unabhängigkeit) die ersten Häuser errichtet. Im Jahr 1820, als hier ein neues Haus des Generals Dmitry Begitschew gebaut wurde, wurde die Straße zu seinen Ehren inBegitschewskiy-Strasse umbenannt.

Die intensive Bautätigkeit auf dieser Straße begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie wurde dann zur Hauptverkehrsstraße in diesem Bezirk. Da es hier überall viele Lindenbäume gab, hieß der Bezirk auch „Lipki“ (Lindenbäumebezirk). Dort lagen auch die Gouverneur- und die Generalgouverneur-Residenzen. Das Ende der Straße war über dem Klovsky-Abhang, wo im späten 19. Jahrhundert eine Blindenschule erbaut wurde. In der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm hier die Handelsbank ihre Arbeit auf (heute die Nationalbank der Ukraine) und später wurde dort die erste Börse in Kiew eröffnet.

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Der Wolkenkratzer von Ginsburg im Zentrum von Kiew.

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Das Hochhaus in Kiew 1941.

Wenn Sie denken, dass es vor 100 Jahren nur in New York oder Chicago Wolkenkratzer gab, dann irren Sie sich. Die Menschen in Kiew konnten damals auch ein prächtiges Hochhaus bewundern. An der Stelle, wo heute das Hotel „Ukraine“ an der Institutskaja- Straße steht, befand sich ein Wolkenkratzer von Ginsburg. Er hatte 12 Etagen und 94 prächtige Wohnungen. Insgesamt gab es 500 Zimmer, diese wurden an Touristen vermietet. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Haus völlig zerstört.

Wegen dem Institut für adlige Fräuleins, das im 19.Jahrhundert gegründet wurde, wurde die Straße Institutskaja genannt. Im Volk nannte man sie auch die Fräuleinstraße. Sie könnte aber auch Bankenstrasse heissen, denn vor 170 Jahren wurde hier die erste erbaut. Im Reiseführer für Kiew von 1897 waren an dieser Strasse mehrere Banken aufgeführt: die Stadt-Kredit – Gemeinschaft (Haus Nr. 8), eine Landesbank (Nr. 9), die Abteilung der St. Petersburger Internationalen Handelsbank (Nr. 3), Börsenmakler Welle № 3 (verstehe ich nicht). Das Gebäude der modernen Nationalbank hat eine interessante Geschichte. 1839 gab es hier nur eine zweistöckige Villa, die der staatlichen Handelsbank gehörte.  Schon in den 30er-Jahren des 20.Jahrhunderst wurden zusätzlich zwei Etagen dazu gebaut. Die Kiewer Gäste denken aber, dass in einem derart raffinierten und eleganten Gebäude ein Museum sein sollte.

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Die Blumen auf der Institutska-Straße in Erinnerung an die Opfer, der 24. Februar 2014.

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Ein Denkmal in der Nähe von der U-Bahn-Station “Khreschtschatyk”.

Im Jahre 1919 nannte man die Straße  „Der 25. Oktober“ und im Jahr 1944 dann Straße der Oktoberrevolution. Den historischen Name „Institutskaja“ hat die Straße im Jahr 1993 wieder zurückbekommen. Am 23. Februar 2014 hat das Parlament der Ukraine den Entwurf zu einer Resolution verabschiedet, um dieser Straße einen anderen Namen zu geben – „ Wulitsja Heroiw Nebesnoi Sotni“ – Strasse der Helden der himmlischen Hundertschaft. Damit sollte an die Menschen erinnert werden, die am 24. Februar 2014 von Scharfschützen erschossen wurden. Ohne den definitiven Entscheid des Parlaments abzuwarten, druckten Aktivisten Papierschilder mit dem neuen Namen und klebten sie an die Häuser. Ein Teil dieser Straße neben dem Maidan, wo die Menschen starben, wurde offiziell umbenannt. Der entsprechende Beschluss trat am 30. Januar 2015 in Kraft.

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