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Wie Kiew vor 80 Jahren aussah, als es noch ein regionales Zentrum war

Wie vor 80 Jahren Kiew aussah, als es noch ein regionales Zentrum war

1933 wurde jedoch viel unternommen. Dieses Jahr verließ bei Kiewer Bewohnern schreckliche Erinnerungen: Lange Zeit konnten sie die lebenden Leichen auf den Straßen nicht vergessen – wie durch ein Wunder drangen die Bewohner der umliegenden Dörfer vor dem grausamen Hunger ein. Die Behörden haben jedoch schnell wieder “Anstand” wiederhergestellt und die Aufmerksamkeit der Bürger mit einer Menge neuer Aufgaben abgelenkt.

Kiew 1933

1920 wurde weiter der Bau von neuen Wohngebäuden und Industriegebäuden fortgesetzt. In vielerlei Hinsicht hat das regionale Kiew die Hauptstadt Kharkow verlassen. Der Eisenbahnknotenpunkt mit dem neuen Bahnhofsgebäude beeindruckte mit seiner Pracht. Das Dynamo-Stadion, das 1933 in Betrieb genommen wurde, wurde zum größten des Landes. Sogar die Badehausanlagen in Kiew wurden besser. Ab 1933 gab es neun Bäder in Kiew und nur zwei in Kharkow. Es wurde angenommen, dass die Umwandlung der Stadt einen ziemlich großen Umfang erlangte. Die neue Position von Kiew, die den Status der Hauptstadt bekam, überraschte also niemanden.

Für eine einfache Fahrt

Das Tempo des Stadtlebens nahm merklich zu, und die Straßen von Kiew waren zunehmend mit Verkehr gefüllt. Aber der Zustand vieler Straßen erwies sich für die Fahrgesellschaften als eine echte Katastrophe. Nur im Zentrum versuchte man, Asphalt zu legen, und ein bedeutender Teil der Straßen war noch mit runden Pflastersteinen gepflastert. Nicht nur das, Autos und Karren sprangen wie fröhliche Ziegen auf ihn. Der Regen wusch ständig den Kopfsteinpflaster und zerstörte schließlich die Straßen. Es ist nicht verwunderlich, dass die Straßenarbeiter 1933 buchstäblich auf den wichtigsten Straßen stapelten. Anstelle eines Pflastersteines erschien “verbessertes Pflaster” mit einem sogenannten Mosaikwürfel – für diese Zeit das am besten geeignete Material. Ein weiterer Umstand, der genau aufpasste, waren die Zufahrtsstraßen zur Stadt. Die Implikation war, dass die Bewegung hier schnell stark zunehmen sollte. Unterdessen beklagten sich Korrespondenten, dass “von nirgendwo versucht, in die Stadt zu gelangen, überall, wo man schreckliche Eingänge sieht, als ob sie speziell in Ruinen verwandelt wurden, um Pferde zu verstümmeln und Autos zu brechen.” Auch hier wurden beträchtliche Kräfte und Ressourcen aufgeworfen. Damals machte der größte Teil des öffentlichen Verkehrs die Straßenbahn aus (der Bus mit seinen Kleinwagen stand noch nicht im Wettbewerb). Die Straßenbahnen hatten große Angst vor dem kommenden Winter, weil sie befürchteten, dass starker Schneefall den Verkehr auf den Schienen lahmlegen würde. In dem Werk namens Dombala (zukünftiges Kiewer Werk für Elektromobilität) entwickelte sich zu dieser Zeit ein leistungsfähiger Schienenschneepflug, der die Überlastung des Winters überwinden sollte. Ein gutes Beispiel für die aktuellen Stadtwerke!

Bunte Wände

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war die natürliche Farbe des Ziegels die häufigste Farbe der Wände der Kiewer Gebäude. Die hochwertigen Produkte der örtlichen Ziegelei gelten als geeignet für die Fassadenverkleidung zahlreicher Mehrfamilienhäuser. 1933 galt eine ähnliche Straßenlandschaft als langweilig und eintönig. Stattdessen stellten sie in Kiew die Frage der “zentralisierten Regelung der Gestaltung der Stadt”, zu der die neue Bemalung von Gebäuden gehört. Ein solcher Prozess musste mehrere Probleme auf einmal lösen: nicht nur, um der Stadt ein helleres und feierliches Aussehen zu verleihen, sondern auch, um jede Straße buchstäblich mit „Farbunterschied“ zu versehen. Die Maler nahmen ihre Hände, stiegen die Treppe hinauf und in die hängenden Wiegen. In kurzer Zeit wurden Hunderte von Häusern umgewandelt. Der Prozess wurde von der Architektur- und Planungsabteilung überwacht. Wenn eine bestimmte Institution die Fassade nach eigenem Ermessen bemalte, ohne danach zu fragen, wurde ein Skandal ausgetragen: “Das Muster der Farbübergänge war gebrochen.” Es scheint, dass alles mit den besten Absichten gemacht wurde. Es wird jedoch nur jede Kampagne zum Nachteil der Qualität durchgeführt, was deutlich wurde, als die eilig bemalten Fassaden schnell das Gesicht verloren haben. Die Konsequenzen dieser Aktion sind immer noch sichtbar. Historische Gebäude der Hauptstadt, die immer wieder erneuert wurden, sind mit allen Farben des Regenbogens gefüllt. In diesem Fall ändert sich die “Passfärbung” hin und wieder, Häuser erhalten ein völlig anderes Aussehen (wir haben Beispiele dafür vor nicht allzu langer Zeit auf dem Andreas-Abstieg  gesehen). Und die edle Naturfarbe des Kiewer Ziegels mit sauberer Prägung blieb nur auf alten Bildern erhalten. Nach zahlreichen Neulackierungen kann es kaum noch gereinigt werden.

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